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Two Piano Pieces

2006 · 17'
Two Piano Pieces

commissioned by the University of Alaska Southeast for the Pacific Rim Forum, a conference on Energy and Environment

Perpetual Walz (3'30")
Sustainable Harmonies (13'30")


(-) First performance: 2006, University of Alaska Southeast Egan Lecture Hall, Auke Bay, Alaska; Alexander Tutunov
(-) European premiere: 2008, Musikhochschule Nürnberg, Kammermusiksaal, Nuremberg, Germany; Björn Lehmann
(-) African premiere of Sustainable Harmonies: 2019, Conservatoire National de Musique et d'Art Chorégraphique de Rabat, Salle Bahnini, Rabat, Morocco; Sanae Zanane

Program notes

Two Piano Pieces - Program notes

1. Perpetual Waltz

Past. Inspired by the concept of "perpetual mobile" [perpetual motion] and the "Gründerzeit" meaning 'the time when things were founded' - the time when the prospect of profit created an immense amount of energy: social and mechanical -- we hear sound bytes from jagtime pianos in gold rush saloons and mechanical machines, flickering past as in pre-talkie black and white movies.

2. Sustainable Harmonies

Present. Inspired by the concept of sustainable resources. “Incentives” support certain resonances with “subsidies” -- provided by the middle sostenuto pedal with which the pianist can sustain one note at a time as opposed to all at once (the function of the right pedal) - while other sounds are filtered out, artificially sustaining musical profitability or the natural resources of the harmonic series. An accumulation of musical gestures relate to the sustainability of sound: Tremolo and trill are mechanically sustainable until the pianist runs out of physical energy; harmonics artificially support notes from different areas of the sound spectrum, relying on the quality of the physical tuning of the instrument and natural, untempered tuning systems; the sustain pedal, removing felted sound-dampers from the strings, relies on the quality of the construction of the instrument and the wood and metal itself.

(Stefan Hakenberg, 2006)


Die Zwei Klavierstücke wurden vor einigen Jahren im Auftrag der University of Alaska Southeast in Juneau, Alaska für das Pacific Rim Forum, eine interdisziplinäre Konferenz über Energie und Umwelt, geschrieben. Die Konferenz war interessanterweise so organisiert, daß Beiträge aus verschiedensten Disziplinen während der einzelnen Sessions direkt nebeneinander präsentiert und diskutiert wurden. Der Vortrag eines Geologen über Erdölvorkommen in Kamchatka zum Beispiel wurde gefolgt von dem Bericht eines Inuit-Ältesten über die Erosion der Nordküste Alaskas als Folge der Erderwärmung, und der wiederum wurde von der Darbietung einer Komposition abgelöst. Entsprechend kommentierten und hinterfragten dann auch die Kollegen des Geologen die Beiträge des Ältesten und des Komponisten und umgekehrt, was zu faszinierenden und originellen gegenseitigen Einsichten führte.

Die Titel meiner beiden Klavierstücke, die in Alaska von dem weißrussischen Pianisten Alexander Tutunov uraufgeführt wurden, sind Perpetual Waltz und Sustainable Harmonies.

Perpetual Waltz ist von der Idee des perpetuum mobile und der Attitude der Gründerzeit angeregt, einer Zeit, als die Aussicht auf Profit immense Energien – soziale und mechanische – erzeugte. Wir hören Klangfetzen von Ragtime Klavieren in Goldrausch Bars und von mechanischen Maschinen, die an uns wie Szenen früher Stummfilme vorbeiflackern.

Sustainable Harmonies reflektiert die Erschließung erneuerbarer (sustainable) Rohstoffquellen auf musikalische Weise. Dabei steht die Nutzung und Ausstellung von Klängen, die die Obertonrelationen zwischen verschiedenen Klängen zur gegenseitigen Modulation und Klangverstärkung nutzen, im Vordergrund der Gestik des Stückes.

(Stefan Hakenberg, 2008)

Reviews & press

"(...), setzt Stefan Hakenberg in seinen beiden Klavierstücken "Perpetual Waltz" und "Sustainable Harmonies", die sich gegenseitig zu ergänzen scheinen, immer wieder rhythmische und klangliche Widerhaken, als müsste ein Getriebe aufgehalten werden, um wieder neu in Gang zu kommen. Was auch gut zu einem Umweltkongress in Alaska passt, für den sie 2002 vom heutigen Musikschulleiter der Akademie geschrieben wurden. Es ist wie ein Werden und Vergehen."

(Heinz Zietsch - Darmstädter Echo, 2010)