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Mexican Polka

2010 · 15'
Mexican Polka

for jazz orchestra and percussion group

(as 1-2, ts 1-2, bar-sax, trp 1-4, tbn 1-3, bass trombone, tb, guitar, piano, bass, xylophone, marimba, drums, perc 1-at least 7)

also available for bigband alone

(as 1-2, ts 1-2, bar-sax, trp 1-4, tbn 1-3, tb, guitar, piano, bass, drums)


(-) Premiere performance: 2010, Landesmusikrat NRW and European Capital of Culture Ruhr.2010, Saalbau, Witten, Germany; BundesJazzorchester and Splash, Niels Klein (cond.)
(-) First performance of the version for bigband alone: 2012, Kulturzentrum Bessunger Knabenschule, Darmstadt, Germany; Darmstädter Bigband, Stefan Hakenberg (cond.)

Program notes

Migration ist ein wiederkehrendes Motiv in Stefan Hakenbergs Kompositionen. Seine weit verzweigten musikpädagogischen Aktivitäten haben ihn mit Jugendlichen unterschiedlicher Nationen und Kulturkreise in Kontakt gebracht. Ihre Sprache, ihre Lebenswirklichkeit, ihre Prägung durch eigene Sing- und Tanztraditionen – all das wird in seiner Musik auf immer neue Weise umkreist, eingefangen, abgebildet. Migration als Prinzip des Wandels und der Verwandlung kennzeichnet aber auch Hakenbergs spezifische Kompositionsweise. Vermeintlich Bekanntes wird in einen neuen Kontext gestellt, es wird – im wörtlichen Sinne – „verfremdet“ und gerade dadurch in der Wahrnehmung verschärft. Ein gutes Beispiel dafür ist die Mexican Polka, ursprünglich das Scherzo aus Hakenbergs 2004 entstandener Sinfonie Give and Take. Der ohnehin schon skurrile Zusammenprall eines europäischen Volkstanzes mit mexikanischen Rhythmen und Schlaginstrumenten wird in der Bearbeitung für Big Band und Schlagzeugensemble noch intensiviert: Die Konturen der Musik treten klarer hervor, die Melodien „migrieren“, werden von den Musikern aufgenommen und ihrem spezifischen Jazzidiom anverwandelt.

(Stefan Rütter, 2010)

Reviews & press

Darmstadt meets Darmstadt ist das Motto der zweiten Hälfte [des Konzertes], die mit einer Suite des Komponisten Stefan Hakenberg eröffnet wird. Mexican Polka nennt er das zwanzigminütige, anspruchsvolle Werk, das der kuriosen Kombination aus einfachen Polka-Rhythmen und den ausufernden Melodielinien vieler Blechbläser besteht. Dazu bringt Stefan Hakenberg, der von der Neuen Musik kommt, eine Reihe von ungewöhnlichen Riffs zum Einsatz, die zu einem bewussten, lautstarken Chaos führen, das nur mühsam vom Two-Beat des exzellenten Schlagzeugers Jens Biel in Schach gehalten wird. Ein Saxofon-Duett zwischen Björn Grün und Peter Linhart erhöht die kreative Spannung. Alle Bandmitglieder erfreuen sich sichtlich an den manchmal skurrilen Klängen und erfüllen leichtfüßig die Erwartungen des Arrangeurs, der das Orchester selbst dirigiert.

(Hans-Dieter Vötter, Darmstädter Echo, 2012)